andere Reisende

Wenn ich unterwegs bin, kann ich es manchmal kaum erwarten, auf andere Tourenradler zu treffen und ihre Geschichten zu hören. Neben den Standardfragen von „woher“ und „wohin“ interessiert es mich auch immer zu erfahren, mit welcher Motivation Mitradelnde zu ihrer Reise aufgebrochen sind.

Die erste längere Begegnung hatte ich in Dänemark. Ich erklomm gerade einen kleinen Hügel hinter dem Ort Orslev auf der Insel Seenland. Schon von Weitem erkannte ich, dass da jemand am Straßenrand rumhantierte..  Weiterlesen

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Schmerz

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Schmerzen gehören für mich auf Radreisen mit dazu. Ich könnte glatt ein kleines Büchlein darüber schreiben und würde es dann beispielsweise „fifty shades of pain“ nennen.

Auf der rein körperlichen Ebene offenbaren sich bei mir allein auf der Hamburg – Schweden -Radtour allerhand interessante Festellungen in dieser Hinsicht: Das linke Knie meldet sich bereits nach Kilometer 6. Echt jetzt?

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Die Macht der Gedanken

„Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei,
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.“

So lautet die erste Strophe des Volksliedes „Die Gedanken sind frei“. Auch wenn ich Schulsingen nicht sonderlich mochte, aber dieses Lied liebte ich schon als Kind: hatten diese Verse doch offenbart – und augenscheinlich als menschliche Fähigkeit auch irgendwo legitimiert – was ich im Unterricht nur allzu gern zu tun pflegte: Die Gedanken auf Wanderschaft schicken.

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Nach Australien?

Ich bin vielleicht gerade mal eine Stunde unterwegs, als in Ammersbek, nördlich von Hamburg, die Ampel auf rot schaltet. Ich stehe an der Ampel, als sich das angenehme Surren eine gut geölten Kette hinter mir nähert und sich nun wiederum mein erstes Ampelinterview anbahnt: Eine ältere Herrenstimme fragt mich schließlich „Wollen Sie nach Australien?“. Ich drehe mich um und erblicke das verschmitzt interessierte Gesicht eines alten Mannes. „Nein, erstmal nur nach Kopenhagen.“ sage ich ihm. „Nach Kopenhagen? Mit dem Fahrrad?“ Er zeigt mit seinem womöglich durch Gicht oder Arthrose nicht mehr geraden Zeigefinger auf mein schwer beladenes Hinterrad. „Ja, genau.“ antworte ich mit einem beherzten Lächeln. Aus seinem Gesicht interpretiere ich, dass wenn er könnte, wie er wollte.. . Er drückt mir seine Begeisterung aus und bedeutet mir, nun weiter zu fahren, da die Ampel inzwischen grün ist. Zwei Mal wünscht er mir alles Gute für die Fahrt – genau wie ich nur wenige Tage vorher der Tourenomi an der Ampel viel Spaß gewünscht habe.

Hmm.. Australien. 🙂

Tourenomi

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Ich bin mit dem Rad auf dem Nachhauseweg, die Packtasche voll beladen mit Zutaten zum Kuchenbacken und für Fingerfood: morgen ist meine kleine Abschiedsrunde, bzw. nenne ich sie „Auf-Wiedersehens-Umtrunk“, im Büro. Whoop whoop! Mit den Gedanken bin ich bei den Dingen, die es heute und morgen noch zu erledigen gilt, als plötzlich vor mir eine ältere Dame mit einem schwer beladenen Rad auftaucht. Bei so viel Gepäck muss sie auf Tour sein! Ich bleibe bewusst hinter ihr, um sie an der nächsten Ampel anzusprechen.

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