Die ersten Schritte

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Der erste Schritt, so ist ja oft zu lesen, ist der schwerste. Oder auch: Aller Anfang ist schwer. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich das bestätigen.

Im Artikel Wendepunkt  beschreibe ich, wie schwer es mir gefallen ist, mir selbst einzugestehen, dass ich NICHT in dem für mich richtigen Job oder gar gänzlichen Lebensumständen steckte (Bürojob, Leben in der Großstadt usw.).  Das war gerade deshalb so dramatisch, weil ich eben das Glück hatte, meinen selbst erwählten Beruf bei meinem Traumarbeitgeber ausüben zu können.

Wie schrecklich dann festzustellen, dass es sich dennoch nicht so traumhaft anfühlt, obwohl doch alles dafür spricht! Damit lässt es sich prima zum ersten Schritt überleiten: Ich fragte mich nämlich, wie ich JEMALS jemanden davon erzählen könnte / sollte / wollen würde. „Die [also alle anderen Menschen um mich herum] erklären mich doch für verrückt!“ – das war meine feste Annahme.

Aber egal, denn der Punkt, an dem UNBEDINGT etwas verändert werden wollte, war einfach erreicht. Die Bedingungen für einen unausweichlichen Wandel stimmten und eines meiner wichtigsten Anliegen war es zunächst, meine Eltern von den neuen Plänen, meinen Job aufzugeben und das Handwerk des Öko-Landbaus zu erlernen, in Kenntnis zu setzen. Sie sollten es unbedingt von mir erfahren und nicht etwa von anderen oder gar aus den sozialen Netzwerken. Auch wenn wir in ziemlich unterschiedlichen Lebenswelten leben, ist es mir erstens wichtig, sie über mein Leben auf dem Laufenden zu halten und eben auch ihr Feedback – oder gar ihren Segen? –  zu meinem Vorhaben zu erhalten.

Ich hatte große Bange vor dem Telefonat und letztendlich stellte sich heraus, dass sie mich besser kannten als ich es in dieser Hinsicht erwartet hatte, denn sie hatten bereits „mit so etwas in der Art gerechnet“. Mir fiel ein großer Stein vom Herzen.

Die zweite, anfangs fast unüberwindbar scheinende Hürde war für mich, es meinem Arbeitgeber mitzuteilen. Besonders meinen beiden Vorgesetztinnen, die ich persönlich wie auch in der Zusammenarbeit sehr schätzte. Bei dem Gedanken zu kündigen, kam mir gleich ein schlechtes Gewissen, dass ich mein Team sowie die Organisation im Stich lassen könnte. Und überhaupt der ganze Aufwand der Personalfindung und alle haben doch eh schon so viel zu tun.. . Ich wusste damals noch nicht, dass ich, wenn ich so etwas denke, Verantwortung für jemanden oder etwas übernehme, das mir gar nicht zusteht. Aber so war es nun einmal. Es fiel mir unglaublich schwer, in den beiden persönlichen Gesprächen letztendlich zu sagen, was ich vorhabe. Ich war sehr emotional dabei und wäre auch recht gern im Boden versunken.

Auch hier hatte ich Glück und bin froh und dankbar dafür, in der Zeit zu leben, in der ich eben lebe: ich bekam Verständnis. Und auch Anerkennung. Für so viel Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und irgendwo auch Mut.

Und ich bekam viele Geschichten zu hören: je mehr Leuten ich davon erzählte, umso mehr erfuhr ich von ihren ganz eigenen Träumen. Die einen verfolgten sie, andere bemerkten, dass sie schon im Begriff sind, sie aufzugeben. Auf so viel Verständnis und Vertrauen war ich nicht gefasst und war oftmals tief berührt und vielleicht auch überfordert, war ich doch in erster Linie darauf bedacht, mich selbst verständlich zu machen ohne anzuecken.

Es waren also nicht die organisatorischen Schritte oder finanzielle Fragen, die mich anfangs zurück hielten, es war die Angst davor, was andere davon halten würden!! Und im schlimmsten Falle dafür verurteilt zu werden. Was Gott sei Dank nicht eintraf oder nur in sehr geringem Maße. Und so nahm der Wandel seinen Lauf.. .

(Bild: pixabay)

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